Posted by on 14. Mai 2018

Kursreview: Vielen Dank an alle (auch internationalen ) Teilnehmer und an Frauke Behrens und ihr Pferd Ymte.

Am letzten Wochenende fand unser erster gemeinsamer Kurs „Reitersitz und Biomechanik des Pferdes“ im Zentrum für Reiter- und Pferdewohl in Müden/Aller statt.

Ich freue mich wirklich sehr, dieses Thema mit Frauke – als Physiotherapeutin und Sitzexpertin – für interessierte Ausbilder und Reitlehrer anzubieten. Wir haben vor, diesen Kurs als Modul 1 und 2 auch in Zukunft stattfinden zu lassen, allerdings mit Modul 1 als Voraussetzung für unser 2. Modul.

Haltung und Atmung des Reiters beeinflussen unweigerlich seinen Sitz und damit seine Hilfengebung. Feine Hilfen resultieren nur aus einem losgelassenem, ausbalanciertem Sitz und haben damit nachhaltigen Einfluß auf die Losgelassenheit und Biomechanik des Pferdes. Gleiches gilt aber genauso im umgekehrten Fall. Ein verspanntes und schmerzhaftes Pferd mit osteopathischen Problemen findet weder seine eigene Balance und seinen Takt, noch lässt es seinen Reiter auf einem schwingenden Rücken sich selbst tragend angenehm und tief sitzen.

Viele Menschen sind sich gar nicht bewußt, wie sehr Stress und ihr Gemütszustand ihren eigenen Körper und damit den ihres Pferdes beeinflussen.

Atemtechniken und ein Bewußtsein für die Bewegungen und vielleicht auch Probleme des eigenen Körpers können die Kommunikation mit dem Pferd über den Sitz grundlegend verbessern.
Allerdings nicht ohne Kenntnis der Anatomie und er biomechanischen Grundlagen des Pferdes. Und ein geschultes Einfühlungsvermögen in die veränderten Verhaltens- und Bewegungsmuster eines Pferdes mit osteopathischen Problemen.

Ich denke, wir konnten in diesem Kurs das Grundwissen dafür an unsere Teilnehmer weitergeben.
Wissen über die anatomischen Strukturen von Pferd und Reiter und deren Relevanz im Reitsport.
Darüber wie sich ein Pferde bewegt und wie der Reiter es im positiven so wie negativen Sinn beeinflusst und welche Probleme beim Pferd daraus entstehen. Vor allem aber das Wissen um Lösungswege und Übungen, die unsere Kommunikation mit dem Pferd über den Sitz erleichtern.

Der Faktor Zeit

Was uns beiden am Herzen liegt, ist unsere Reiter zu entschleunigen. Ihnen zu zeigen, dass man sich Zeit nehmen sollte, sich und sein Pferd zu analysieren und zu beobachten. Nicht immer ist das offensichtliche Symptom auch Auslöser eines Problems.

Das Wissen über die Problematik hilft nichts, wenn ich das Problem selbst nicht wahrnehmen kann. Weil „ich im Stress bin“, oder „meinen Kopf woanders habe“. Manchmal ist der eigene Trainingszustand oder körperliche Zustand auch Ursache für die reiterlichen Probleme.
Auch um die eigene Muskulatur und die des Pferdes aufzubauen und Bewegungsmuster zu schulen benötigt man Zeit. Muskulatur und Faszien benötigen mehrere Wochen, um sich zu entwickeln, in Stoß und Zugrichtung auszurichten und ein Informationsnetz über den ganzen Körper zu bilden.

Faszien Pferd
Bildunterschrift

Sicherlich findet sich im Internet und in Lehrbüchern ein Unmenge an Wissen, aber Erfahrung sammelt man nur mit der Zeit. Und Erfahrung sammelt nur, wer mit offenen Augen und dem Willen auf andere Lebewesen einzugehen seinen reiterlichen Weg geht.

So lange es dauert, dauert es.

Natürlich würde ich mich freuen, wenn ich Sie mit meinem Artikel neugierig gemacht habe. Nächstes Wochenende findet bereits ein weiterer Kurs „Sanftes physiologische Reiten“ in Aerzen statt und ich würde mich freuen, Sie begrüßen zu dürfen. Wir haben nur noch 1 Platz für Reiter frei, aber natürlich sind sie auch als Zuschauer herzlich willkommen und meine Partnerin Patrizia Ferrara und ich werden auch die Zuschauer aktiv mit in den Kurs einbinden.