Lange Zeit habe ich als „normale“ Tierärztin in Kliniken und Praxen gearbeitet.

Almut Pook It's just a touch

Eine Auffälligkeit war für mich immer:
Eine Verletzung oder ein Infekt passiert überall und ist sicherlich im Leben eines Pferdes unvermeidlich.
Koliker kommen dagegen fast immer aus den gleichen Ställen (der Spruch man hat so seine Pappenheimer ist nicht so ganz unzutreffend) und zu bestimmten Jahreszeiten.
Außerdem machte mich die Antwort auf die Frage: Wenn ich jetzt diese Gelenksinjektion mit Kortison machen lasse, wie lange hält das denn? nachdenklich.
Die Antwort lautete nämlich: 3-6 Monate, so lange das Kortisonpräparat wirkt.
Warum? Bei sichtbaren Arthrosen einsehbar, da ist etwas im Gelenk passiert, ein Schaden entstanden und der wird immer wieder Entzündungen und Schmerzen hervorrufen.
Aber ohne strukturellen Schaden? Warum kommt der Schmerz immer wieder?

Für mich die einzige Antwort: Da muss noch mehr sein. Es ist nur das schwächste Glied, das am Ende nachgibt und die auffälligsten Probleme macht, die Ursache liegt an ganz anderer Stelle. Und so lange ich die Ursache nicht behebe, kann ich das Symptom immer wieder behandeln.

Das hat mich umdenken lassen.
Hin zu Therapiemethoden die es mir ermöglichen, schon vor einem körperlichen Schaden einzugreifen. Zu einer Haltung, die körperliche Probleme unserer Reitpferde von vornherein minimiert.

Und damit nicht genug.
Meiner Schmiedin Caro Lucas ist aufgefallen, dass osteotherapeutisch behandelte Pferde nach und nach ein anderes, korrekteres Hufwachstum zeigten und umgekehrt, korrekt beschlagene oder gestellte Pferde zeigten weniger Auffälligkeiten bei der osteotherapeutischen Untersuchung.

Natürlich machte das ganze auch vor der Reitweise und dem Verhalten von Pferden nicht Halt. Pferde, die anatomisch korrekt geritten werden, haben einfach weniger Probleme. Pferde, die schmerzfrei und beweglich sind, sind ruhiger, zufriedener und weniger schreckhaft. Und das Seelenbefinden des Reiters spiegelt sich selbstverständlich im Pferd.

Und „Experte“ für etwas sein geht für mich weiter als nur einmal ein paar Bücher gelesen zu haben. Da muss man viele Fälle sehen und behandeln, selbst lange Zeit Erfahrung damit haben und im besten Fall eigene Erfolge in genau diesen Bereich erzielt haben.
Der Tag hat 24 Stunden und der Mensch ein Leben (es gibt sicher Leute die hier diskutieren, aber gehen wir mal davon aus, der Einfachheit halber).

Deshalb habe ich mich mit Menschen zusammen getan, die auf ihrem Gebiet Experten sind. Die mit mir zusammen daran arbeiten wollen, den Pferden ein pferde-würdiges Leben zu ermöglichen. Die meiner Philosphie entsprechend mit Pferden umgehen und sie als das sehen, was sie sind.
Mitgeschöpfe, die körperlich Schmerzen empfinden und eine Seele haben, die genauso leiden kann, wie die unsere. Keine Sportgeräte, die möglichst viel Geld in kürzester Zeit einbringen sollen, in jeder Lage funktionieren müssen und unserem Ego den Erfolg einbringen sollen, den wir aus eigener Kraft nicht erreichen.

Sie dürfen uns stolz machen. Stolz auf ihre Schönheit, ihre Bewegungen und ihre unbändige Freiheit und Würde.

In diesem Sinne möchte ich Euch das Team vorstellen, mit dem ich hoffe auch in Zukunft – unterstützend zu meiner osteotherapeutischen Tätigkeit – zusammen zu arbeiten.